Foto : Maud Jayet © Loris von Siebenthal
Die zwei grossen internationalen Frühjahrsregatten in Palma und Hyères sind bereits schon wieder Geschichte. Doch die Erkenntnisse aus dieser ersten Standortbestimmung bleibt und ist eine sehr wichtige: rund ein Jahr vor den olympischen Spielen haben unsere Elitesegler in den leistungsstarken Teilnehmerfeldern wiederholt ihre Weltklasse bewiesen. Geht es um die Qualifikation für das Medal Race, zählen sie in den Bootklassen Nacra17, 470er und RS:X M zur den klaren Favoriten. Mehr noch, mit dem Gewinn einer Weltcupwettfahrt in Hyères haben Linda Fahrni und Maja Siegenthaler ein klares Statement abgegeben: Yes – we can win!
Doch hat sich auch gezeigt, dass bereits kleinste Fehler auf diesem Niveau eine fatale Wirkung entfalten können und deswegen hochkonzentriert weitergearbeitet werden muss. Ein Interview mit Linda Fahrni und viele weitere Neuigkeiten finden Sie in diesem Newsletter.
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INTERVIEW MIT DEN TALENTIERTEN SEGLERINNEN LINDA FAHRNI UND MAJA SIEGENTHALER IN HYÈRES
Der ISAF Weltcup fand heuer zum ersten Mal in Hyères (FRA) statt und wurde in seinem neuen Rennformat ausgetragen. Die im Weltklassement führenden TOP 30 jeder Bootsklasse, sowie die jeweils TOP 10 klassierten Segler an der Trofeo Princesa Sofia in Palma (ESP) Ende März, durften an diesem Weltcup teilnehmen.
Das beste Resultat seitens der Schweizer Delegation wurde vom 470er Linda Fahrni und Maja Siegenthaler erzielt. Mit einem Laufsieg gelang es den beiden Seglerinnen des Thunersee-Yachtclubs, sich für das Medal Race zu qualifizieren.
- Linda, erzähl uns von Eurem fantastischen Exploit in Hyères! Dieser neunte Platz ist wirklich ganz unglaublich. Wir hatten mittelstarke Windbedingungen, mit welchen wir uns gut zurechtfanden. Am zweiten Tagen haben wir leider einige Punkte vergeben, ohne diesen Patzer wäre sogar ein noch besseres Resultat drin gewesen! Bei den Starkwind-bedingungen anlässlich des Medal Race konnten wir mit der Weltelite mithalten. Das ist wirklich extrem motivierend!
- Wie fühlt Ihr Euch im Hinblick auf die weitere Saison? Wir werden sehen, wie die nächsten Regatten laufen, ich bin aber sehr zufrieden, festzustellen, dass wir fähig sind, ein solches Resultat zu zeigen!
- Was sind konkret Eure Ziele? Unser grösstes Ziel ist es, der Schweiz in unserer Bootsklasse einen Startplatz an den Olympischen Spielen in Rio zu sichern. Was das Training selbst betrifft, so planen wir, vermehrt unter Starkwindbedingungen zu segeln, um uns weiter zu steigern!
Resultate des SST in Hyères: Bühler/Brugger: 15. Platz Mateo Sanz Lanz: 11. Platz Brauchli/Hausser: 32. Platz Fahrni/Siegenthaler: 9. Platz
SST DELEGATION FÜR DAS RIO TESTEVENT 2015 IST SELEKTIERT
Das Swiss Sailing Team wird in insgesamt 7 Bootsklassen an den sogenannten „Preolympics“ in Rio de Janeiro (13.- 21.8.2015) vertreten sein. Neben den Mitgliedern des Nationalteams Bühler/Brugger (Nacra17), Brauchli/Hausser (470M) und Fahrni /Siegenthaler (470W) wurden sowohl Windsurfer Mateo Sanz Lanz als auch die C-Kader Athleten Jayet (Radial), Girod (Standard) und Schneiter/Cujean (49er) selektiert.
Das Hauptziel der Delegation ist zum einen, weitere Erfahrungen mit den Windmustern und Strömungsverhältnissen im komplexen Olympiarevier zu sammeln. Zum anderen stellt das Rio Testevent auch eine offizielle Bestätigungsregatta zur persönlichen Olympiaqualifikation dar, wenn ein TOP 8 Ergebnis erreicht wird.
„Für uns ist dieses Event eine wichtige Generalprobe, die teaminternen Abläufe zu testen und bis zu den Olympischen Spiele in 2016 weiter zu optimieren. Deswegen haben wir auch unseren gesamten Betreuerstab inklusive Teamsupporter, Meteorologe, Physiotherapeutin und die Medienverantwortliche von Maxcomm mit vor Ort. Das Zusammenspiel aller Teammitglieder muss perfekt sein, um unseren Athleten die bestmöglichsten Rahmenbedingungen für Höchstleistung bieten zu können. So eine „High Performance Team“ – Erfahrung ist ja aber auch für unsere Nachwuchssegler im Hinblick auf eine eventuelle Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio 2016 oder spätestens Tokyo 2020 äusserst wertvoll.“ so SST Teamchef Tom Reulein.
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JÄHRLICHES TEAM MEETING UND ERSTKLASSIGE RESULTATE IN PALMA
Das gesamte SST Eliteteam nahm gegen Ende März an der Trofeo Princesa Sofia Regatta in Palma (Spanien) teil. Im Vorfeld der Regatta fand traditionsgemäss das alljährliche Team Meeting statt, diesmal mit den Athleten des neu nominierten C Kaders sowie weiteren Mitgliedern des Supportteams. Auf dem Programm standen vor allem wichtige Informationen zur bevorstehenden Delegation an das Rio Testevent 2015. Marco Versari informierte über die neuen Features der Team Data Log Software und über das SST Strömungs- und Windprojekt. Sophia Urban (Maxcomm) führte zudem ein professionelles Media Training durch. Zwei Tage später konnten Segler wie auch Coaches im Regelkundeseminar von Helmut Czasny ihren Umgang mit Protestsituationen verbessern. In der Folge nahmen die Segler an der Trofeo Princesa Sofia teil, wo sie auf ein hochkarätiges Feld an Spitzenseglern aus aller Welt stiessen. Es war eine Rückkehr ins Rampenlicht für das Nacra17 Team Matias Bühler/Nathalie Brugger, welches aufgrund der Knieverletzung von Nathalie hatte zwei Monate pausieren müssen. Der Wiedereinstieg gelang! Nach einem Laufsieg im ersten Rennen, beendete das Team die Regatta auf dem 5. Schlussrang der 56 teilnehmenden Teams. Weitere Resultate des SST: Linda Fahrni / Maja Siegenthaler (470er Damen) 14 / 62 Yannick Brauchli / Romuald Hausser (470er Herren) 28 / 79 Mateo Sanz Lanz (RS:X) 11 / 82 Guillaume Girod (Laser) 40 / 164 Maud Jayet (Laser Radial) 51 / 117 Nils Theuninck (Laser) 135 / 164 Elia Colombo (RS:X) 38 / 82 Sébastien Schneiter / Lucien Cujean (49er) 40 / 72. Vollständigen Resultate
DER TALENT POOL: EIN EFFIZIENTER WINTER
Der SST Talent Pool hat sein Wintertraining abgeschlossen, eine der intensivsten Trainingsphasen im gesamten Jahreskalendar. Die Trainingsreisen nach Barcelona (ESP) haben den Laser und 420er Seglern ermöglicht, zweimal pro Tag zu trainieren. Die Segler konnten dabei für Winterverhältnisse lange Einheiten auf dem Wasser absolvieren. In diesem Jahr mit an Bord auch eine grosse Optimisten-Flotte (bis zu vierzehn Segler pro Camp). Dank der Unterstützung durch Swiss Optimist, konnten die jungen Segler in Barcelona, Palma, Palamos, Dongo und Lugano segeln. Besonders hervorzuheben ist hier der Sieg des Gstaad Yacht Club am Team Race von Monaco. Eine starke Performance wurde im Trainingscamp des 420er Junioren-Teams gezeigt, wo es vor allem Maxime Bachelin und Philippe Pittet, gelang, das Gesamtteam bei allen Wetter- und Windbedingungen anzuführen und sich gegenüber den Teilnehmern der Mittelmeerstaaten durchzusetzen. « Mit rund 140 Trainingstagen zwischen Mitte November und Ende März, 420 Stunden auf dem Wasser, 130 Theoriestunden und 98 Fitnesseinheiten waren wir wirklich sehr produktiv », freut sich Marco Versari, Junioren-Nationaltrainer. « Die professionellen Trainer, welche mit dem Swiss Sailing Team zusammenarbeiten, bringen starke Leistungen und werden sowohl von den Eltern als auch den Seglern gleichermassen geschätzt. Im Hinblick auf die Saison gibt es noch viele Herausforderungen zu bewältigen. Die Trainingseinheiten des Talent Pools werden bis Ende des Frühlings verlängert, damit die jungen Segler die bestmögliche Ausgangslage für die wichtigen Anlässe im Sommer erhalten. »
