26.04.2012 - Richard Stauffacher schafft die Olympialimite und qualifiziert sich fürs Medal Race
Nochmals extreme Bedingungen zum Abschluss dieser starkwindigen Semaine Olympique Francaise. Der klassische Ostwind blies mit bis zu 30 Knoten und fast 2 Meter Wellen verlangte selbst Topathleten
alles ab. Nach wiederholten Problemen des Race Comittees auf der Laser Radial Bahn, die Segler musste unverrichteter Dinge wieder in den Hafen zurück, wurde dieses kurzerhand vom Principal Race Officer
gegen ein anderes ausgetauscht.
Richard Stauffacher performt gut und surft einen 8 und einen 7 Rang. Ein taktischer Fehler auf der zweiten Kreuz des ersten Race, die rechte Seite war vom Anlegewinkel her nicht optimal, lies ihn bereits als 8. um die Luvtonne gehen. Im weiteren Verlauf konnte er dann nicht mehr aufholen. Ähnlich das zweiten Race, in dem er den Start noch um einige Sekunden verpasst, weil seine Uhr
stehngeblieben war. „However it`s done and that`s the most important thing. Even if the fleet was not the strongest, you have to stay concentrated and perform. And so he did.” so Coach Mati Bühler, der sich über das erreichte Olympiakriterium seines Athleten freut. Nochmals wird Physiotherapeutin Steffi Baeriswyl alle Hände voll zu tun haben,um Richi für das Medal Race morgen wieder fit zu machen. „Das ist das erste Medal Race für Richi in diesem Jahr und das ist natürlich eine wichtige Erfahrung. Ich bin überzeugt, dass er da wieder alles geben wird, um gut abzuschneiden“ meint Teamchef Reulein. Auf Platz 6 liegend wird es punktemässig gesehen eher schwer, sich noch weiter zu verbessern.
Im einzigen Goldfleet Race der Laser Radial Damen hatte Nathalie Brugger Probleme, mit den Top-Damen mitzuhalten. Einerseits kämpfte sie mit den extremen Windbedingungen, aber auch taktisch lag sie heute überraschend auf der falschen Kreuzseite der ungewohnten Race Area Foxtrott. Sie beendet die Regatta auf dem 18. Gesamtrang, Manon Luther wird 41. Boot. „Ich bin seit langer Zeit diese Windbedingungen nicht gesegelt und bin deswegen auf der Kreuz nicht so schnell unterwegs gewesen. Von meinem konditionellen Level her bin ich jetzt auch sicher noch nicht in Topform.“ kommentierte Nathalie Brugger ihre Leistung. Coach Olivier Terrol sagte:“Ich bin zuversichtlich, dass Nathalie in der Zukunft bessere Resultate segeln wird. Sie hatte hier in Hyeres eine sehr gute Startperformance und guten Downwindspeed.“
Yannick und Romuald verpassten das TOP 12 Nationen Kriterium klar als 15. Nation, hatten es jedoch wie bereits öfter in dieser Woche selber in der Hand. Als 18. Boot um die Tonne, konnten sie auf dem Downwind bis auf Platz 10 vorfahren, kenterten und gehen als 24. ins Ziel. Insgesamt liegen sie abschliessend auf Rang 20. Genau diesen Platz segelten Testuz/Thilo heute in zweiten Race und mit dem 25. Rang im ersten Race konnte das Team damit endlich einmal ihre vielversprechenden Luvtonnenplatzierungen ins Ziel bringen. Sie beenden die Regatta auf Rang 34, Steffi und Romy Hasler auf Gesamtrang 32. Nationalcoach Nicolas Novara:“ Die Jungs sind die ganzen Woche auf einem Niveau der besten 15 Boote im Fleet gesegelt, sie handeln sich allerdings noch immer zuviele Punkte durch eigene Fehler ein. Natürlich sind wir jetzt erstmal enttäuscht, aber immerhin haben sie, nationenmässig betrachtet, die besten Regatta in ihrer ganzen Karriere gesegelt.“
Christoph Bottoni konnte nach seinem gestrigen Rückschlag heute noch einen soliden 15. Rang segeln. Aufgrund von zu viel Wind, wurde nur eine Wettfahrt durchgeführt und bereits kurz nach Mittag die Startbereitschaft für die Laser Standard Klasse aufgehoben. Christian Steiger wird heute 33. und beendet die Serie gesamt als 31. Boot. Guillaume Girod liegt abschliessend auf dem 58. Platz.
Für die 470er wie auch Laser Standard bleibt somit nur noch die im Mai stattfindenden Weltmeisterschaften, um das von Swiss Olympic geforderte Kriterium (TOP 12. Nation) zu erfüllen.
Windsurfer Richard Stauffacher steht kurz vor der Olympialimite
Mit den Beginn der Wettfahrten der Final Round heute gab es zur Abwechslung moderate Windbedingungen mit 10 – 14 Knoten aus Südost. Nach kurzer Startverschiebung gingen alle Klassen aufs Wasser und segelten zwei Races.
Auch im Goldfleet präsentiert sich Richard Stauffacher stark und setzt seine Serie aus der Qualifying Round erfolgreich fort. Die erste Kreuz musste aufgrund des leichten und drehenden Windes noch mit Schwert gesurft werden. Dadurch ändert sich der Kreuzwinkel und ein solches Rennen wird taktisch ähnlich anspruchsvoll wie eine Wettfahrt im Laser. Dennoch finisht Richi an 4. Position und damit ein Platz vor Polens Windsurfhero Przemek Miarczynski, Spitzname „Pont“. Im 2. Race war der Wind von der Richtung eher stabiler, aber trotzdem gab es grosse Unterschiede im Druck. „Richi ist heute zweimal taktisch gut gesurft und hat viel gepumpt,“ so Windsurf Coach Mati Bühler „Jetzt sind wir etwas relaxter, weil wir wissen, dass er auch im Goldfleet seine Leistung zeigen kann.“
Kleine Randnotiz: In den beiden Races heute konnte Richi den amtierenden Weltmeister und Lokalmatador Julien Bontemps (FRA) schlagen. Als 6. im Klassement hat er auch berechtigte Hoffnung, am morgigen Tag die Olympialimite zu erreichen.
Lasersegler Christoph Bottoni wird 35. im ersten Race, streicht diese Platzierung und nimmt einen 11. Platz aus der Qualifikation in die Wertung. Das gleiche Ergebnis segelt er im 2. Rennen und fällt damit auf Gesamtrang 25 zurück. „Schade, dass Christoph seine solide Performance aus der Qualifikation nicht im Finale zeigen konnte. Ich hoffe, dass ihm das morgen etwas besser gelingt“, sagte Tom Reulein. Christian Steiger segelt mit Platz 20 und 25 eher konservativ und fällt leicht zurück auf Rang 32. Guillaume Girod kommt über einen 28. und 29. Platz nicht hinaus und liegt derzeit auf Rang 58.
Starke Nerven nach dem gestrigen Tag bewiesen Yannick Brauchli und Romuald Hausser heute und setzten ein klares Ausrufezeichen in Richtung Olympiaqualifikation. Im äusserst gut besetzten 470er Fleet, nur zwei Top Boote fehlen bei dieser Regatta,
segelten sie einen sehr guten 5. und 9. Platz. Zeitgleich haben sich einige Top-Boote wie Coster/Coster, Gerz/Follmann oder Zadona/Zuchetti hohe Streicher eingefangen. Brauchli/Hausser rangieren damit auf dem 20. Platz im Zwischenklassement und sind 16. Nation mit nur 12 Punkten Abstand auf das Swiss Olympic Kriterium (12. Nation). „Die Jungs haben heute einen sehr guten Job gemacht und die richtige Antwort auf den gestrigen Tag gegeben. Zusammengefasst: beim Start gut rausgekommen und mit schnellem Boot die richtigen taktischen Entscheidungen getroffen“, sagt 470 Nationalcoach Nicolas Novara. Mit einem jeweils einem halbwegs geglückten Race melden sich die Teams Hasler/Hasler (19.) und Testuz/Thilo (27.) zurück in die Regatta.
Nach einem wenig gut gelungenem ersten Race heute hat Nathalie Brugger nun keine Chance mehr, ihr Ziel (TOP 5) bei dieser Regatta zu erreichen. Ein grossraumtaktischer Fehler bei stark drehenden Windverhältnissen bedingt diese eher mässige Leistung. Den Platz 25 kann sie streichen und nimmt dafür den 13. aus der Qualifikation in die Wertung. Immer nahe an der Führungsgruppe kämpfte sie sich dann in der zweiten Wettfahrt zurück an die Weltspitze und finisht als 10. Boot. Als Gesamt 16. im Zwischenklassement hat sie damit 19 Punkte Abstand auf die Qualifikation für das Medal Race. „Man sieht schon, dass auch die Weltspitze im Damenfleet immer näher zusammengerückt ist. Ein taktischer Fehler und das wars dann. Morgen muss Nathalie nochmal voll aufdrehen, damit es fürs Medal Race noch reicht“ kommentiert Teamchef Reulein. Manon Luther segelt ihr erstes Goldfleet im diesjährigen Weltcup, hat aber deutlich Mühe, „inside the races“ zu bleiben. Die drei vorangegangenen Starkwindtage haben zu deutlich an der Kondition gezehrt, um auf diesem Level noch Anschluss zu halten.
Nach den letzten beiden Final Races des morgigen Tages steht neben dem Teilnehmerfeld der jeweiligen Medal Races auch fest ob sich Brauchli/Hausser und Richard Stauffacher für die Olympischen Spiele 2012 qualifizieren konnten. Spannend also, denn der Wetterbericht verspricht zum Abschluss nochmal 20-25 Knoten aus Ost und schöne Wellen.
24.04.2012 - “Early bird catches the worm“ und “extrem conditions” am dritten Tag der SOF
Startzeit für nahezu alle Bootsklassen heute um 9.00 Uhr! Grund: Nach Frontenzug in der Nacht sagt der Wetterbericht bereits für die Mittagszeit 30 Knoten, in Böhen sogar bis 36 Knoten voraus. Zum Abschluss der Qualifying Round lies der Principal Race Officer nochmals 2 Races segeln.
Richi Stauffacher macht dort weiter, wo er gestern aufgehört hat. Einen dritten Platz im ersten Lauf des Tages konsolidiert seine Position im Zwischenergebnis. „Extrem schwierig sind auf dieser Race Area die Anlieger (Lay Lines) zur Luvtonne. Bei den ablandigen Windbedingungen und so nahe am Strand gibt es immer wieder starke Dreher, die man auf den letzten 150 Meter einfach erwischen muss“ so Tom Reulein, der als langjähriger Windsurf Coach bereits viel Erfahrung auf dieser Bahn gesammelt hatte. Nach einem wiederum sehr guten 3. Platz im ersten Race erwischte Stauffacher im zweiten Race diesen letzten Dreher eben nicht und musste die Luvtonne als 14. (!) runden. Die Aufholjagd auf dem Downwind und der 2. Kreuz gelang und er konnte als 8. Board im Ziel noch Schadensbegrenzung betreiben. Insgesamt liegt er damit, leicht verbessert, auf Rang 6 (5. Nation) mit nur 9 Punkten Abstand auf Rang 3, seinem Trainingspartner Toni Wilhelm (GER).
Richtig harte Bedingungen weiter draussen in der Bucht von Hyères auf der 470er Bahn. Bei steiler, brechender Welle und Böhen bis 28 Knoten mussten die Seglerinnen und Segler alles geben, um nicht zu kentern oder Material zu zerstören. „4 Halsen und drei Kenterungen und das auf dem Downwind nachdem wir in den Top 25 um die Luvtonne gegangen sind. Solche Bedingungen bin ich zusammen mit Fiona bis dato noch nicht gesegelt.“ sagt Anne-Sophie Thilo, die bereits 2008 Olympiateilnehmern in Quingdao/China war. Ähnlich erging es den Geschwistern Stéphanie und Romy Hasler, die aufgrund des geringen Teamgewichtes extremen Starkwind nicht zu ihren Stärken zählen. Die Teams rangieren derzeit auf Platz 33 (Hasler/Hasler) und 35 (Testuz/Thilo) der Gesamtergebnisliste. Yannick und Romuald starten sehr gut im ersten Lauf, kontrollieren das Fleet, Topspeed. Bis kurz vor dem letzten Reacher lagen sie auf Platz drei, zusammen mit dem australischen Boot, dann… Kenterung… Platz 9 im Ziel. Die zweite Wettfahrt geht bereits am Start verloren, sie runden als 37. die erste Tonne und können noch bis auf Rang 26 aufholen. Im Klassement liegen die beiden, nach 6 Wettfahrten und einem Streicher, auf Rang 24, 19 Punkte hinter dem 12. Nationenrang. „Im Goldfleet entscheidet sich diese Qualifikation hier in Hyères und das sind noch 4 weitere Races. Ich bin sicher, dass Yannick und Romuald das noch erreichen können, wenn sie sich voll auf ihre Aufgaben konzentrieren“, erklärt Teamchef Reulein und Nationaltrainer Nicolas Novara ergänzt: “Die beiden verfügen über alles, was es braucht, um die Qualifikation zu schaffen. Sie müssen das nur noch direkt ins Ziel bringen“.
Bei den Laser Standards kann Christoph Bottoni mit zweimal Platz 4 eine sehr gute Leistung abrufen und beendet diesen letzten Tag der Qualifikation mit 8 Punkten. Er verbessert sich damit im Zwischenergebnis klar auf Platz 17 und erfüllt damit momentan als 12. Nation das Swiss Olympic Kriterium. Christian Steiger bleibt auf dem 33. Platz, SST Athlet Guillaume Girod segelt solide 13 und 17 und schafft damit den Sprung ins Goldfleet leider nicht mehr.
Die Laser Radial Klasse startete aufgrund technischer Probleme der Wettfahrtleitung rund zwei Stunden später und segelte auf der Windsurfer Bahn mit den bekannt drehenden Winden unter Land und „extrem strong breeze“ um 30 Knoten. Nathalie Brugger musste zwei weniger gute Wettfahrten (2 x Platz 13) hinnehmen, ein Race kann sie als Streichresultat aus der Wertung nehmen. Manon Luther segelt für ihr Level gut auf Platz 22 im ersten Race. „Das sind schon absolut grenzwertige Bedingungen, bei denen die Laser Radial Damen heute ihre zwei Races gesegelt haben. Starke Beine für die Kreuz alleine reichen da nicht aus, ohne starken Nerven für den Downwind geht überhaupt nichts,“ meint Tom Reulein.
Morgen beginnen die Final Series. In der Goldfleet jeweils vertreten sind Richard Stauffacher, Nathalie Brugger, Manon Luther, Yannick Brauchli / Romuald Hausser sowie Christoph Bottoni und Christian Steiger. Im Silverfleet segelt Guillaume Girod. In der 470er Damenklasse wird weiterhin in nur einem Fleet gesegelt. Der Wetterbericht sagt moderate Windbedingungen mit maximal 18 Knoten allerdings aus Südost voraus.
Zehn Schweizer TOP 10 Resultate am zweiten Tag der SOF
Stark präsentierten sich die Schweizer Topsegler heute und holten insgesamt zehn TOP 10 Platzierungen nach Hause. Etwas weniger ruppig als am Vortag zeigten sich Wind und Wellen am zweiten Regattatag der SOF. Mit 15 Knoten aus W-NW waren die Bedingungen vor allem auf den landnahen Race Areas, wie zum Beispiel dem Alpha-Kurs (Windsurfing) deutlich böiger und drehender als gestern.
Genau diese stark drehenden Windverhältnisse wurden Windsurfer Richi Stauffacher in der ersten Tageswettfahrt, kurz unterhalb der Luvtonne zum Verhängnis. Nach gutem Start und Nachstartphase lag er bereits, von der linken Kreuzseite kommend, auf der Layline als er einen grossen Rechtsdreher bekam und hinter einigen Boards von der rechten Seite passieren musste. Im weiteren Raceverlauf konnte er sich nicht mehr in die Führungsgruppe zurückkämpfen und finisht als 9., direkt hinter „Bontemps“ (FRA) und „Pont“ (POL), die eine vergleichbare Strategie hatten. Besser gelang Stauffacher dann die zweite Wettfahrt, die er vom Start weg als zweites Board mit anführte und, diesmal mit fast perfekter Grossraumtaktik, auch über die Ziellinie brachte. „Mit dem zweiten Race bin ich natürlich happy, ein Surfer hat mich überholt und ich habe auch einen überholt, aber zweiter im Ziel ist natürlich top,“ sagte Richi im Interview danach. Mit 17 Punkten liegt er damit punktgleich mit Shahar Zubari (Bronzemedaille Olympischen Spiele 2008) auf Gesamtrang 7.
Auch Nathalie Brugger brachte heute zwei gute Läufe ins Ziel! Mit einem sehr guten 3. und einem soliden 7. Platz in den beiden Tageswettfahrten bestätigt sie ihr derzeit hohes technisches und taktisches Niveau. „Natürlich ist es immer wichtig, so wenig Punkte wie möglich in der Qualifying Round zu segeln. Nathalie liegt voll auf Kurs. Sie konnte ja schon in Palma zeigen, dass sie in der Lage ist, auch im Goldfleet zu performen,“ meint Teamchef Tom Reulein. Nach vier Wettfahrten liegt sie auf Rang 12 mit 5 Punkten Anstand auf Rang 7. Auch Manon Luther kam mit den Windbedingungen besser zurecht als gestern. Mit einem 19. und 12. Platz liegt sie auf Rang 36 und damit noch auf Goldfleetkurs.
Die richtige Antwort auf den missglückten Auftakt gestern gaben heute Yannick Brauchli und Romuald Hausser. „Wir waren heute das schnellst Boot im Feld. Nach einem guten Start mussten wir kämpfen, um freien Wind zu bekommen, haben dann einen Dreher voll ausgesegelt und waren bereits 6. an der Luvtonne. Auch auf dem Downwind konnten wir noch Boote überholen und waren 3. im Ziel. Ein Boot vor uns hat einen OCS, also nehmen wir zwei Punkte mit,“ kommentiert Yannick den erfreulichen Tag. Mit einer weiteren TOP 10 Platzierung (9.) haben sie sich deutlich im Zwischenklassement nach vorne geschoben und liegen nun auf Rang 22. Nur vier Punkte getrennt auf Rang 34 und 31 liegen die beiden 470er Damen Teams Testuz/Thilo und Hasler/Hasler, die beide Läufe in den 30er Rängen beendeten.
Derzeit klar auf Goldfleetkurs sind Christoph Bottoni (22.) und Christian Steiger (25.) mit je einem einstelligen Ergebnis heute. Guillaume Girod segelt brillant im zweiten Tagesrace und finisht als 4. zum ersten Mal einstellig in dieser Serie. Der 20jährige Genfer konnte sich im Vergleich zu gestern sehr deutlich steigern und liegt derzeit auf Rang 42 im Zwischenklassement.
„Das war ein guter Tag für die Athleten und Coaches des Swiss Sailing Teams. Das gibt uns Selbstvertrauen, auch in den nächsten Tagen die Performance zu zeigen, die es braucht, um die Qualifikation für die Olympischen Spiele zu erreichen,“ sagt Teamchef Tom Reulein am Abend.
22.04.2012 – Harte Windbedingungen am ersten Tag der „Semaine Olympique Française“.
Bereits seit einigen Tagen weht der kalte und böige „Mistral“ aus WNW mit 25 Knoten und mehr über die Race Areas in der Bucht von Hyères. Nachdem die letzten Trainingsfahrten erfolgreich absolviert wurden, sind die Athleten des Swiss Sailing Team in die zwei Auftaktwettfahrten der 44. SOF gestartet.
Mit einer konservativen Strategie geht Windsurfer Richi Stauffacher seine letzte Qualifikationschance für die Olympischen Spiele 2012 an. Coach Matias Bühler: „Wir haben hier in Hyères gut trainieren können und sind uns sicher, das richtige Material ausgewählt zu haben. Wir müssen kein grosses Risikon eingehen, sondern von Tag zu Tag solide segeln, dann klappt es am Ende auch mit der Qualifikation“. Zwei Fleets mit je 27 Windsurfern starten bei den Männern, einige wenige Favoriten fehlen. Richard Stauffacher gelingt ein guter Auftakt in der blauen Gruppe mit einem 3. Platz. In der zweiten Wettfahrt orientiert sich das Feld stark auf die rechte Seite, Richi ist hoch und schnell und hat die Boards um sich unter Kontrolle. Als erster rundet er die Luvtonne und muss auf dem folgenden Downwind nur dem Starkwind-As „Pont“ (POL) und dem amtierende Weltmeister Julian Bontemps (FRA) den Vortritt lassen. Konstant hält er die 3. Position bis ins Ziel. Damit liegt er auf dem 5. Rang im Zwischenklassement.
Eine grosse Portion Selbstvertrauen hat Nathalie Brugger aus den Wettfahrten der Weltcup Regatta in Palma mitgenommen, wo sie ihr Weltklasse-Niveau vor allem im Goldfleet unter Beweis stellte. Ein guter aber noch ausbaufähiger Starttag an dem sie als 8. und 9. über die Ziellinie segelte. „Es waren heute harte Bedingungen mit 25 Knoten Wind und noch stärkeren Böhen. Es war ein langsamer Auftakt, aber ich bin im Rennen und kann mich weiter steigern. Mein Ziel ist ein weiteres Medal Race und am Ende wäre ich mit TOP 5 sehr happy!“ sagte Nathalie nach Rückkehr in den Hafen. Manon Luther verfolgt weiterhin ihr Ziel, dem Swiss Olympic Kriterium (TOP 12 Nationen) ergebnismässig nahezukommen. Mit dem 25. Platz im ersten Race gelang ihr das nur bedingt, im darauffolgenden Lauf konnte sie leicht verbessert als 16. Boot abschneiden.
In drei Fleets kämpfen die Laser Standard Segler um den Einzug ins Gold Fleet. SST Segler Guillaume Girod muss sich gegen die Olympiateilnehmer vom Jahr 2000 und 2008, Christoph Bottoni und Christian Steiger durchsetzen, will er überhaupt seine Chance auf die Selektion wahren. Christoph segelt mit zwei 9. Plätzen einen guten ersten Tag, Guillaume beginnt mit 21. und 24. Platz, Christian wird 18. und guter 5ter. Schwer zu kämpfen hatten die drei 470 Teams Brauchli/Hausser, Testuz/Thilo und Hasler/Hasler bei diesen selektiven Bedingungen, die bei verschiedenen Teams unter anderem Kenterungen wie auch Mastbrüche zur Folge hatten.
Teamchef Tom Reulein: „Das waren heute typische SOF Bedingungen, die sogar von den absoluten TOP Seglern alles abverlangen. Mich freut besonders der geglückte Auftakt von Richi, den er sich zusammen mit Coach Matias Bühler systematisch erarbeitet hat. Wenn er so weiter macht, wird er sein Ticket für die Olympischen Spiele hier lösen.“
Am morgigen zweiten Regattatag soll der Mistral nur ein wenig abflauen…